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Von welchem faszinierenden Material ist die Rede? Es begleitetet uns tagtäglich, ob in den Nachrichten oder in den Dingen des täglichen Lebens, wie Kleidung, Computer, Handy oder Auto. Jährlich werden über 400 Mio. Tonnen des Materials hergestellt.

Es ist die Rede von Plastik! Was ist eigentlich der Unterschied zu Kunststoff?

In den Medien hat der Werkstoff einen schweren Stand und muss von vielen Seiten Kritik einstecken. Der Begriff „Plastik“ ist dadurch oft sehr negativ besetzt und wird nicht selten mit billig und schlechter Qualität assoziiert. Kunststoff wiederum wird durch seine Robustheit, Haltbarkeit, Gewichtsreduktion und Vielseitigkeit als Werkstoff mit viel Potenzial angesehen.

Plastik vs Kunststoff

Doch was ist nun der Unterschied zwischen Kunststoff und Plastik?

Im täglichen Sprachgebrauch ist der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Materialien die negative (Plastik) bzw. positive (Kunststoff) Besetzung dieser zwei Begrifflichkeiten, denn Plastik ist eigentlich die umgangssprachliche Bezeichnung für Kunststoffe aller Art. Kunststoffe (auch Plaste, Technopolymere oder Plastik genannt) sind organische Werkstoffe aus Polymeren (diese bestehen aus Riesenmolekülen – also Makromolekülen), deren Hauptbestandteil Kohlenstoff ist. Der Begriff „Kunststoff“ wird vermehrt in technischen Fachkreisen verwendet.

 Der Begriff „Plastik“ stammt vom griechischen Wort „plastiko“, das formbar oder gestaltbar bedeutet. Auch im anglikanischen Sprachraum verwendet man diesen Wortursprung und sagt „plastic“. In deutschsprachigen Ländern wurde „Plastik“ nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Besatzungszeit von amerikanischen, englischen und französischen Soldaten übernommen.

 Kunststoffe können nach dem mechanisch-thermischen Verhalten in Thermoplaste (Plastomere), Duroplaste (Duromere) und Elastomere (Elaste) eingeteilt werden.

Thermoplaste sind in einem bestimmten Temperaturbereich verformbar (thermo-plastisch; unvernetzte Polymere). Die Duromere können nach ihrer Aushärtung nicht mehr verformt werden (engmaschig vernetztes Polymer). Elastomere sind elastisch verformbare Kunststoffe mit weitmaschig vernetzten Polymeren, wie z.B. Polyurethan (PU, PUR) oder Gummi.

 Aus technischer, chemischer Sicht könnte man sagen: „Alle Arten von Plastik sind Kunststoffe, aber nicht jeder Kunststoff ist Plastik.“ Denn aus dem Begriff „Plastik“ lässt sich auch Plastomer ableiten bzw. ist Plastik ein verformbarer Kunststoff. Dies beinhaltet aber keine Elastomere (wie z.B. Gummi oder Polyurethan). Das bedeutet, dass Polyurethan ein Kunststoff, aber kein Plastik ist.

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Ein Bericht von DI Dr.techn Patrick Steinbauer – asma Entwicklung