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„Frau in der Technik – Klischees haben immer Saison“ – oder doch nicht?

„Frauen in technischen Berufen“ – ein Dauerthema, zu dem es viele verschiedene Meinungen und Vorurteile gibt. Trotz jahrelanger Bemühungen hört man immer wieder, dass Frauen in ihrer beruflichen Qualifikation – mit gleicher Ausbildung – nicht besonders und schon gar nicht wertschätzend ernst genommen werden.

Asma Weitra hat einen großen Frauenanteil in Bereichen, die traditionell eher Männern zugeordnet sind. Wir haben sie nach ihrer Meinung gefragt.

Frage: 

Fühlst du dich akzeptiert (von KundInnen, KollegInnen, Familie) an deinem Arbeitsplatz, oder gibt es öfter Erklärungsbedarf bzw. Diskriminierung?

Verena Binder
CNC-Fachfrau

Die Menschen in meinem Umfeld freuen sich mit mir dass ich einen Beruf gefunden habe der mir Spaß macht – Vorurteile gibt es keine.
Ich denke dass es die größte Herausforderung ist die eigenen Selbstzweifel abzulegen, und sich nicht zu fragen ob man als Frau in einem technischen Beruf genau so gute Arbeit leisten kann.

Frieda Klopf
Dreherin

Es hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr viel Positives getan. Man wird als Frau in technischen Berufen immer mehr akzeptiert. Nur manches Mal muss man seine Fähigkeiten schon noch sehr unter Beweis stellen.

Ing. Claudia Steininger
Geschäftsführerin & Inhaberin

Ich fühle mich in der Welt der Technik, die ja eher dem Klischee der Männer entspricht, sehr wohl und akzeptiert. Heutzutage kann man mit Wissen überzeugen, aber zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn gab es schon noch den „Techniker“, der männlich sein musste, um akzeptiert zu werden.

Marlene Höbarth – Qualitätsprüfung

Also natürlich hat man als Frau täglich mit Vorurteilen zu kämpfen. Bei mir kommt noch die Körpergröße dazu – die nimmt einem jegliche Autorität.
Wenn Mann spricht, muss zugehört werden – PUNKT.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass man sich als Frau doppelt so viel engagieren muss, um nur halb so viel bemerkt zu werden wie ein Mann.
Nichts desto trotz liebe ich meine Arbeit und meine Kollegen sind stets hilfsbereit – den einen oder anderen Kommentar muss man ausblenden und einfach weg lächeln 🙂

Dipl.-Ing. Adele Brandeis – 
Data Analyst/ Softwareentwicklung

JA – von meinem näheren beruflichen und privaten Umfeld, wie KollegInnen, Familie, Freunde, … . Hier ist die häufigste Reaktion auf meine Berufswahl: „Voll cool!“

 JEIN – im weiteren technischen Umfeld. Hier ist es mir schon häufiger passiert, dass ich erst ernst genommen wurde, als ich klargestellt hatte, dass ich in einem technischen Bereich tätig bin. Weiters habe ich gelernt, dass Männer in der EDV-Branche prinzipiell keine Fehler machen 🙂.

Marina Weiss
Softwareentwicklung/ EDV-Support

Ich habe mich bereits zu einer Zeit für die EDV entschieden, als noch sehr wenige Personen in diesem Bereich beschäftigt waren. Die damals „junge Technik“ hat gleichermaßen Frauen und Männer angezogen und es gab keinerlei Klischees und Vorurteile.

Obwohl sich anfangs niemand (mich eingeschlossen 🙂) vorstellen konnte, was man da eigentlich so macht, waren die Reaktionen eigentlich immer positiv.

Roswitha Fler – Dreherin

Vor noch drei, vier Jahrzehnten war der Einstieg für Frauen in technische Berufe oft eine große Hürde und wenn es gelang, musste man meistens mehr Leistung erbringen, als männliche Kollegen. Außerdem war große Skepsis vorhanden, ob Frauen überhaupt genügend technisches Verständnis besäßen.
Doch dieses Image hat sich zum Großteil geändert – die Männer, die Familie, … sind viel offener zum Thema „Frauen in der Technik“ geworden, obwohl es leider noch immer gegenteilige Meinungen gibt. Die Atmosphäre wird noch länger männlich bleiben, weil es so in den meisten Personen steckt.

Ing. Veronika Weinberger
Werkstoffprüfung

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals Erklärungsbedarf wegen meiner Tätigkeit gehabt hätte. Ich wusste relativ früh, in welche Richtung meine Interessen gehen, hatte eher sogar eine Abneigung gegen typische „Frauenberufe“.

Zum Glück haben mich meine Eltern in dieser Hinsicht unterstützt, auch wenn eine Ausbildung im biochemisch-gentechnischen Bereich sicher ungewöhnlich war. Irgendwie diskriminiert wurde ich wegen meiner Berufswahl nie.

Christa Göschl
Vertrieb

Diskriminiert fühle ich mich in keinster Weise.
Was allerdings schon immer wieder bei Kunden passiert, wenn  man in einer „Männerdominaten Branche“ als Frau arbeitet: man muss 110% geben, damit man akzeptiert wird. Ich habe öfters das Gefühl bei NEUEN Gesprächspartnern, dass Sie denken: „Was will die mir schon erzählen …“
Aber das Positive im Laufe des Gesprächs ist dann, dass sie Fragen stellen und dann weiß ich, jetzt passt es. Das ist aber auch für mich eine Bestätigung, dass ich doch kompetent bin. 🙂
Und es macht Spaß, in dieser Branche zu arbeiten.

Nadine Haimböck
Gelernte Kunststoffformgeberin

Als Frau, allein unter Männern zu arbeiten, ist am Anfang nicht einfach. Man muss sich zuerst einmal behaupten und zeigen was man kann. Dabei sollte man auch nicht auf den „Mund gefallen“ sein. Wie sagt man so schön „Selbst ist die Frau“ :-)! Sobald man sich eine klare Position geschaffen hat, ist es kinderleicht und die Zusammenarbeit funktioniert einwandfrei und man wird nicht als „typisch Frau“ abgestempelt sondern als gleichwertige Arbeitskollegin.